Bericht vom 15. April 2016 der Dülmener Zeitung, Claudia Marcy

 

KlostermauerArchäologen haben Reste des Schwesternhauses Agnetenberg im Dülmener Stadtzentrum freigelegt. In dem Kloster lebte von 1802 bis zu seiner Auflösung (Säkularisierung) 1811 die stigmatisierte und 2004 seliggesprochene Nonne Anna Katharina Emmerick. Die Außenmauern des mittelalterlichen Klosters sind vorne zu sehen. Lichtschacht und Leuchternischen sind deutlich zu erkennen. Die massiveren Mauerreste rechts im Bild gehören zum Verwaltungsgebäude des Herzogs von Croy, der hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein repräsentatives Verwaltungsgebäude errichten ließ. Es wurde ebenso wie die Klosterkirche im Zweiten Weltkrieg zerstört. Auf der Fläche soll demnächst ein Parkplatz entstehen.

Info vom 8. April 2016

Emmerick PrellsteinIn ganz Dülmen existiert nur ein einziges Kunstwerk im öffentlichen Raum, das die Dülmener Selige Anna Katharina Emmerick darstellt: Die Rede ist vom „Prellstein“ an der Heilig-Kreuz-Kirche, der von Hubert Wiggering in der jetzigen Form bildhauerisch gestaltet wurde. Der Dülmener Künstler starb am 4. April 2016. 
– Wir erinnern an eine Reportage über den Emmerick-Prellstein in „Kirche und Leben“ aus dem Jahr 2009. 
Ferner dokumentieren wir die Ansprache vom Requiem für Hubert Wiggering in St. Viktor am 8. April 2016.


Reportage von kirchensite.de >>>

Ansprache vom Requiem >>>


Foto: Dietmar Rabich, Dülmen

Bericht vom 25. März 2016 der Dülmener Zeitung, Marie-Kristin Kübber

 

SpektakelEs war eine spirituelle Collage, die den zahlreich erschienenen Besuchern am Mittwochabend in der St.-Viktor-Kirche geboten wurde. 

Eindringliche Orgelklänge eröffneten „Spektakel und Vision“ - eine Veranstaltung, bei der die Passion Jesu in Schilderungen der Anna Katharina Emmerick sowie durch Inszenierungen von zehn Jungen und Mädchen dargestellt wurde. Es war ein beeindruckendes Zusammenspiel aus Text, Musik, Licht und Schauspiel. 

„Die in Bildern ausgedrückte Botschaft kann zur spirituellen Begegnung werden“, sagte Pfarrdechant Markus Trautmann in seiner Einleitung. Und genau diese Begegnung fand auch in der St.-Viktor-Kirche statt. Die Jungen und Mädchen stellten den Weg Jesu, von seinem Leiden bis hin zur Kreuzigung, eindrucksvoll dar. Passend untermalt wurde die Erzählung von Kantor Christoph Falley an der Orgel und am Saxofon. Die Passagen der Schilderungen von Anna Katharina Emmerick, ausformuliert von Clemens Brentano, trug Barbara Witt zwischen den Szenen vor. 

Erzählt wurde die biblische Passions-Geschichte ebenfalls von Christoph Falley. Er war mit der Premiere der Veranstaltung in dieser Form zufrieden. Auch Pfarrdechant Markus Trautmann, der mit den Kindern das Stück sieben Wochen lang einstudiert hat, freute sich über diese besondere Darbietung. „Das war gelungen“, so sein Fazit. Für die Kinder war es nichts komplett Neues, denn bereits seit Jahren wird das Stück am Palmsonntag, allerdings ohne musikalische und literarische Unterbrechungen, aufgeführt.

Fotos von der Generalprobe >>>

Bericht der Dülmener Zeitung vom 24. März 2016 / Foto: privat

 

Kreuzweg CoesfeldDie Erstkommunionkinder der Pfarrei Heilig Kreuz und ihre Eltern trafen sich in Coesfeld, um unter der Leitung von Pfarrer Peter Nienhaus ein Stück des Großen Kreuzweges zu gehen. Pfarrer Nienhaus erzählte, dass die selige Anna Katharina Emmerick diesen Kreuzweg viele Male in ihrem Leben betend gegangen sei. Ein Gebet schloss die jeweiligen Betrachtungen ab. Die Kinder führten ein Kreuz mit sich, das jeweils vier von ihnen gemeinsam trugen. Auf diese Weise spürten sie nach, wie sehr Jesus unter der Last seines Kreuzes gelitten hatte.

Bericht aus dem Osterpfarrbrief 2016 der Kirchengemeinde Heilig Kreuz

 

Rosenkranz„Ich habe nichts, um Ihnen für Ihre Bemühungen zu danken, nehmen Sie den Rosenkranz, an dem ich stets gebetet habe.“ Mit diesen Worten übergab Anna Katharina Emmerick kurz vor ihrem Tod im Jahr 1824 ihrem langjährigen Arzt und Freund Dr. Franz Wilhelm Wesener einen aus dunklen Holzperlen und einem Credo-Kreuz bestehenden Rosenkranz.

Über 73 Jahre blieb das kostbare Geschenk im Besitz der Familie Wesener ehe es 1897 an die Ordensfrau Mater Josepha, eine Schwester im Ursulinenkloster Dorsten und Enkelin des Dr. Weseners, weitergegeben wurde. Nach weiteren 118 Jahren sorgfältiger Verwahrung im Dorstener Kloster fand der Holzperlenkranz durch eine glückliche Fügung den Weg zurück nach Dülmen. Denn im Zuge von Baumaßnahmen im Ursulinenkloster kam es zu einer Durchsicht des Klosterarchivs. Hierbei wurden der gut archivierte Emmerick-Rosenkranz sowie mehrere zugehörige Begleitschreiben wiederentdeckt. Das Dorstener Kloster machte das ideell wertvolle Exponat der Emmerick-Gedenkstätte zum Geschenk. Dies ist nicht zuletzt den jahrelangen guten Kontakten des 2. Vorsitzenden des Emmerick-Bundes, Herrn Heinz Wansing, zu den Ursulinenschwestern zu verdanken.

Angela und Franz-Josef Pund

Bericht aus dem Osterpfarrbrief 2016 der Kirchengemeinde Heilig Kreuz

 

Zeichnung GerresheimDie Sonderausstellung „Alles vexiert. Hommage zum 80. Geburtstag.“ war Anlass für eine Tagesfahrt zum Clemens-Sels-Museum in Neuss, zu der der Emmerick-Bund am 22. Januar 2016 eingeladen hatte. Die Ausstellung präsentierte eine Vielzahl von Plastiken und Zeichnungen des international renommierten Künstlers Bert Gerresheim und spiegelte die Vielschichtigkeit seines Schaffens, insbesondere seine künstlerische Auseinandersetzung mit metaphysischen und existenziellen Themen, vom Beginn der 1960er Jahre bis heute wieder. In dem Neusser Museum kam es auch zu einer persönlichen Begegnung mit Bert Gerresheim, bei der der Künstler dem Emmerick-Bund eine Grafik überreichte, die Anna Katharina Emmerick im Kreise von drei Märtyrern des 20. Jahrhunderts und des Schädels der Kirchenlehrerin Katharina von Siena zeigt. Bei den Märtyrern handelt es sich um den polnischen Priester Jerzy Popieluszko sowie den Theologen Karl Leisner und Dietrich Bonhoefer. Die Grafik, die aus einer Arbeitsskizze zu dem Bronzebildwerk „Kevelaerer Apokalypse“ entstanden ist, wird fester Bestandteil der Ausstellung in der Gedenkstätte werden.

Angela und Franz-Josef Pund

Bericht aus dem Osterpfarrbrief 2016 der Kirchengemeinde Heilig Kreuz

 

Exponat-ÜbergabeDem Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte wurden für die Sonderausstellung „200 Jahre Westfalen.Jetzt!“ verschiedene Exponate aus der Emmerick-Gedenkstätte zur Verfügung gestellt. Die Region Westfalen entstand beinahe in seiner heutigen Form durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses von 1815 als preußische Provinz, also genau zu der Zeit, in der Anna Katharina Emmerick in Dülmen lebte und aufgrund ihrer Stigmata weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Bei den Leihgaben handelte es sich zum einen um eine Leinenbinde mit den Abdrücken der Wundmale der Nonne Emmerick. Zum anderen wurde ein Ölgemälde verliehen, das der Augustinerpater Thomas Wegener bei der damals bekannten Malerin Maria Freiin von Oer in Auftrag gegeben hatte, um für den bereits 1891 angestoßenen Seligsprechungsprozess ein ansprechendes Bild von der Nonne zu haben. Darüber hinaus bereicherte ein Faksimile eines von Anna Katharina selbst verfassten Briefes aus 1819, der an den Dichter Clemens Brentano gerichtet ist, die Ausstellung.

Angela und Franz-Josef Pund

Gäste beim Vortrag über Thomas von Kempen und Anna Katharina EmmerickHoher Besuch konnte am 14. März 2016 beim Vortragsabend der Familienbildungsstätte Dülmen über „Thomas von Kempen und Anna Katharina Emmerick“ begrüßt werden: Generalpropst Helmut Grünke, Vorsteher der Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren, war mit einigen jungen Mitbrüdern aus Paring in der Nähe von Regensburg angereist. Die kleine Gruppe war auf den Spuren des Thomas von Kempen in Norddeutschland unterwegs, der im 15. Jahrhundert dem Klosterverband der „Windesheimer Kongregation“ angehörte – ebenso wie 400 Jahre später die Augustinerin Anna Katharina Emmerick.
In seinem Vortrag schlug Pfarrdechant Markus Trautmann den Bogen von der Theologie und Spiritualität des hl. Augustinus über das berühmte Buch der „Nachfolge Christi“ des Thomas von Kempen bis hin zum Dülmener Augustinerinnen-Konvent Agnetenberg. „Anna Katharina Emmerick fühlte sich vom hohen Anspruch der ‚Nachfolge Christi‘ provoziert“, meinte Trautmann. Es war schmerzhaft für sie, die augustinisch inspirierten Reformbemühungen des Spätmittelalters in ihrer eigenen Zeit so drastisch als gescheitert zu erleben. Dabei hieß das Dülmener Kloster ausgerechnet „Agnetenberg“, genauso wie der Reformkonvent des Thomas von Kempen in der Nähe von Zwolle. Dennoch: Anna Katharinas geistlicher Berater Bernhard Overberg habe ihr sicher nicht leichtfertig zugestanden, eigentlich ganz im Sinne des großen Mystikers vom Niederrhein zu leben. „Das Buch des Thomas von Kempen hat es verdient, wiederentdeckt zu werden“, meinte Trautmann. „Nicht nur, um die Emmerick besser zu verstehen, sondern auch Papst Franziskus, der es häufig zitiert.“

Fietzek2

Zum Emmerick-Vortrag am 24. Februar 2016 hatte der Emmerick-Bund nach zuletzt eher theologischen oder historischen Beiträgen diesmal die Coesfelder Schriftstellerin Petra Fietzek eingeladen. Es wurde ein sehr spiritueller Abend.

Petra Fietzek ist vielen neben ihren Büchern auch durch die Morgenandachten im Rundfunk bekannt. Mit dem Text einer solchen Morgenandacht begann sie den Abend. 

Im ersten Teil des Abends zeichnete Fietzek ein sehr differenziertes Bild von Anna Katharina Emmerick als humorvoll und den Menschen offen zugewandt, aber vor allem in starker Verbindung zu Gott: „Christus verbunden, so sehr, dass seine Wundmale aus ihr hervorbrachen“. 

Als ihr zentrales Anliegen stellte die Schriftstellerin heraus, Menschen auf Gott neugierig zu machen, weil unser Leben eingebettet ist in das „Geheimnis Gott“. Diese Grundhaltung schlüsselte sie in zwei Aspekte auf: ein eigener Mensch zu werden, der in persönlichem Verhältnis zu Gott steht, und in Gottverbundenheit zu leben. Beides findet sie in Anna Katharina Emmerick.

In einem Gedichtzyklus von 1994 „Eine Tagelöhnerin auf der Suche nach Gott“ gab sie in dichterischer Sprache den Versuch einer Einfühlung in die Emmerick wieder. Dabei ging es den Zuhörern so, dass es vor allem die Bilder waren, die ansprachen und berührten. Fietzek sprach vom „Herzplatz“ als dem Ort in der eigenen Mitte, der von Wechselseitigkeit zwischen dem Menschen und Gott geprägt ist. Eine andere Metapher ist die der „verschlossenen Fäuste“, die eingeladen sind, sich zu öffnen.

Gedenkfeier am Grab der Anna Katharina EmmerickTrotz des schlechten Wetters fanden viele Gläubige den Weg in die Heilig-Kreuz-Kirche, um an dem Gottesdienst zum Gedenktag der seligen Anna Katharina Emmerick teilzunehmen, der von Pfarrer Peter Nienhaus und Pater Alfred Bell zelebriert wurde.
Im Anschluss an die Eucharistiefeier zogen die Kirchenbesucher in einer stimmungsvollen Lichterprozession zum Grab der Seligen. Dort wurde für die verschiedensten Anliegen Fürbitte gehalten und alle TeilnehmerInnen bekamen in einem Augenblick der Stille die Möglichkeit, sich im Gebet ganz persönlich an die Mittlerin Anna Katharina zu wenden. Die zu Beginn der Lichterprozession entzündeten Kerzen wurden zum Abschluss der Feier an der Grablege abgestellt und verwandelten die Krypta der Kirche in einen hellen Lichtort, ein Symbol für die Leuchtkraft, die von der Seligen ausgeht.

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