Durch Anna Katharina Emmerick ist Dülmen weit über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus bekannt geworden. Der Dichter der Romantik, Clemens Brentano, war ihr „Schreiber“. Er erkannte, dass Anna Katharina Emmerick faszinierend, herausfordernd und sperrig zugleich ist.
Es lohnt sich die Auseinandersetzung mit der „Mystikerin des Münsterlandes“. 
Wer nach Dülmen oder Coesfeld kommt, findet viele Spuren der am 3. Oktober 2004 in Rom Seliggesprochenen. 
Mit dem Grab birgt die Heilig Kreuz Kirche den größten Schatz; im Souterrain der Kirche befindet sich eine Gedenkstätte. 

Diese Seite helfe Ihnen bei der Annäherung an die Selige Anna Katharina.

Bericht vom 18. Mai 2019, Foto: Georg Winkler

 

Kommunionkinderwallfahrt

Bereits zum zehnten Mal veranstaltete der Emmerick-Bund e. V. für alle Erstkommunionkinder der Dülmener Kirchengemeinden eine Wallfahrt zum Grab der wohl bekanntesten Dülmenerin. Dabei haben sich am Freitagnachmittag etwa 200 Kommunionkinder mit ihren Eltern, Geschwistern und Katecheten von der Viktorkirche zur Heilig-Kreuz-Kirche aufgemacht, um dort einiges über das Leben und Wirken von Anna Katharina Emmerick zu erfahren.

Zu Beginn wurde allen Kindern eine Emmerick-Medaille als Wegbegleiter überreicht, die von Pfarrer Peter Nienhaus gesegnet wurde. Nach einer kurzen Einstimmung in der Viktorkirche pilgerten die Kinder gemeinsam zur Heilig-Kreuz-Kirche, wo ihnen die Geschichte der Seligen in einem Dialog zwischen Clemens Brentano (Pastoralreferent Christian Rensing) und Anna Katharina Emmerick (Pastoralreferentin Ursula Bennecker-Altebockwinkel) nähergebracht wurde. Danach fanden sich die jungen Pilger am Emmerick-Grab ein, um gemeinsam zu beten.

Die Veranstaltung klang mit einem gemeinsamen Picknick in und um das Pfarrheim Heilig Kreuz aus. Viele Kinder und Erwachsene nutzten auch die Gelegenheit, um an einer Führung durch die Gedenkstätte teilzunehmen.

Bericht vom 23. März 2019, Ferdi Schilles

Vortrag

Am vergangen Freitagabend hat der Emmerick-Bund Dülmen zu einem Experiment eingeladen. Anstelle des traditionellen Emmerick-Vortrags, bei dem häufig von Historikern oder Theologen Themen rund um Anna Katharina Emmerick vorgetragen wurden, war ein kulturell-musikalischer Abend über das Musical „Katharina“ angekündigt.

Georg Breitkopf, der das Musical geschrieben und vor einem Jahr mit etwa 90 Menschen aufgeführt hat, gab Einblick, wie es dazu gekommen war. So erfuhren die Zuhörer von seiner persönlichen Verbindung zur Mystikerin des Münsterlands durch die Prägung seiner Eltern, aber vor allem seine Schilderung der Musicalarbeit war interessant und humorvoll.

Breitkopf erzählte in Blick auf seine Bezugspunkte von einem Ausflug in seiner großen Geschwisterschar zum Geburtshaus von Anna Katharina Emmerick in Flamschen und vom Besuch des alten Emmerickhauses an der Lüdinghauser Straße. Dort hatten ihn schon als Kind das kleine Korbbett und andere Dinge aus dem Besitz der Seligen sehr beeindruckt.

Im Verlauf des Abends wurde auch konkret, was das besondere an einem inklusiven Musikprojekts ist. Das machte er am Beispiel des Castings deutlich: „Casting heißt ja heutzutage, dafür zu sorgen, dass ich mich darstelle und die Ellbogen ausfahre, damit ich die Rolle bekomme. Bei uns war das anders. Es ging eher darum, dem anderen die Arme entgegenzustrecken, damit wir das Ganze gemeinsam meistern.“

Mit fast 30 Musikern und Sängern gab es noch einmal einen Querschnitt von Stücken aus dem Musical zu hören, die Breitkopf kurzweilig moderierte. Dabei machte er deutlich, dass es ihm ein besonderes Anliegen war, die Menschlichkeit und auch die Normalität im Leben von Anna Katharina Emmerick zu betonen. 

Das ist allen Mitwirkenden auch an diesem Abend in berührender Weise gelungen. Georg Breitkopf würde sagen: „Irgendwie ist der Katharina-Gedanke immer noch da.“

Bericht vom 10. Februar 2019 der Bischöflichen Pressestelle Bistum Münster, Michaela Kiepe

 

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn traf sich mit Mitgliedern des Emmerick-Bundes

 

Weihbischof Zekorn besucht das Grab der SeligenEine Voraussetzung für eine mögliche Heiligsprechung der seligen Anna Katharina Emmerick ist erfüllt: die weltweite Verehrung. „Monatlich erreichen uns bis zu 50 Emails aus aller Welt“, berichtete Angela Pund, stellvertretende Vorsitzende des Emmerick-Bundes, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. Der Regionalbischof war am Gedenktag der Seligen (9. Februar) nach Dülmen gekommen. Auf dem Programm standen ein Gespräch mit den Aktiven des Emmerick-Bundes sowie eine Eucharistiefeier in der Heilig-Kreuz-Kirche mit anschließender Prozession zum Grab der Seligen, das sich in der Kirche befindet. 

Besonders deutlich wird die weltweite Verehrung vor allem, seit die Ehrenamtlichen vor drei Jahren eine eigene Internetseite eingerichtet haben. „Es besuchen auch immer wieder Gäste aus dem Ausland das Grab von Anna Katharina Emmerick. Aber das bekommen wir nicht mit, da die Kirche tagsüber geöffnet ist“, informierte Pfarrer Peter Nienhaus. Doch die Anfragen per Email beispielsweise aus Brasilien, den Philippinen, den USA oder aus Venezuela nähmen von Jahr zu Jahr zu. „Oft sind es Reliquienanfragen. In der internationalen Verehrung spiegelt sich häufig ein anderer Umgang mit dem Glauben. Dafür müssen wir offen sein“, erklärte Pund. Und Christiane Daldrup fügte hinzu: „Leider fehlt uns die Möglichkeit, unsere Internetseite in weitere Sprachen zu übersetzen. Das würde sicherlich vielen Menschen im Ausland helfen und ihnen einen weiteren Zugang ermöglichen.“ Neben der weltweiten Verehrung ist für eine Heiligsprechung in der katholischen Kirche ebenso ein nachgewiesenes Wunder erforderlich. „Wenn wir die Emails beantworten, fragen wir auch immer nach der Verehrung. Vielleicht erfahren wir auf diesem Weg einmal von einem Wunder“, hofft Pund. Ebenso kümmere sich eine bischöfliche Emmerick-Kommission um die Förderung der Heiligsprechung.

Bericht vom 24. Dezember der Dülmener Zeitung, Markus Michalak

 

Helpers of Mary gründen Sozialstation im Namen der seligen Dülmnerin

 

Pic p109612Seit sechs Jahren arbeiten die Helpers of Mary schon in Ambapani, einem kleinen Dorf in Nordost-Indien, in dem die Menschen in bitterer Armut leben. Zunächst mieten sich die Schwestern hier ein kleines Häuschen, machen Besuche bei den Familien, um deren Sorgen und Nöte kennenzulernen. Sie versammeln die Kinder zum Unterricht, da die nächste Schule sehr weit entfernt ist.

„Immer dringender“, sagt Ewald Amshoff, Gründer der Andheri-Hilfe Dülmen, „wurde der Wunsch, in Ambapani ein eigenes Haus zu haben, in dem auch ein Behandlungsraum und ein eigenes Zimmer für die Kinder möglich wären.“ Dieser große Wunsch ging nun - dank der Unterstützung aus Dülmen - in Erfüllung.

Als Generaloberin Schwester Stella und Schwester Regina 2017 Dülmen besuchten, beteten sie am Grab von Schwester Anna Katharina. „Dadurch waren sie über die Selige informiert, die die Wundmale Christi trug und in Visionen über das Leben Jesu und seiner Mutter Maria berichtete“, erinnert sich Amshoff an den Besuch.

Um die enge Verbindung zwischen der Dülmener Gruppe, Schwester Priscilla und den „Helpers of Mary“ zu dokumentieren und zu stärken, wurde das neue Haus in Ambapani „Blessed Anne Catherine Convent“ genannt. Gerne war die Andheri-Hilfe Dülmen bereit, die neue Sozialstation aus Spendenmitteln zu finanzieren.

Auch der Dülmener Emmerick-Bund unterstützt die enge Verbindung zwischen der Seligen und der Sozialstation in Indien: „Leider haben wir es so kurzfristig nicht geschafft, mit einer Delegation zur Einweihung nach Indien zu reisen“, bedauert Angela Pund vom Emmerick-Bund. Und doch wird Dülmen in Kürze für immer in der neuen Station präsent sein: „Wir haben eine Reproduktion des Emmerick-Porträts der Malerin Anna Maria von Oer aus dem Jahr 1895 nach Indien geschickt.“ Das Original verbleibt in der Emmerick-Gedenkstätte in Heilig Kreuz.

Bericht vom 5. Oktober 2018

 

IMG 7779Seit vielen Jahren pflegt die Kirchengemeinde St. Viktor den Kontakt zu den peruanischen „Misioneras des Jesus verbo y victima“. Gegründet wurde diese Gemeinschaft von dem aus Dülmen stammenden Bischof Friedrich Kaiser.
Es ist schon lange Brauch, dass die Schwestern alle zwei Jahre Dülmen besuchen. So waren Schwester Flavia und Schwester Davidis in diesem Jahr vom 1. bis zum 5. Oktober zu Gast in Dülmen.
Neben vielen Vorträgen über ihre Arbeit, begaben sich die beiden mit Pfarrer Markus Trautmann auf die Spuren von Anna Katharina Emmerick. Dabei besuchten sie das Geburtshaus in Flamschen, besichtigten die Taufkirche St. Jakobi in Coesfeld sowie die Kirche St. Lamberti. In der Lambertikirche wurden die Schwestern von Dechant Johannes Arntz begrüßt. Er erzählte nicht nur Wissenswertes zum Coesfelder Kreuz, sondern konnte den beiden auch Coesfelder Kreuze zur Mitnahme für die Missionsstationen überreichen. Schwester Flavia und Schwester Davidis freuten sich sehr über dieses Geschenk, da auch ihr Gründer ein Verehrer des Coesfelder Kreuzes war.
In Dülmen besuchten die Schwestern das Grab des Seligen und besichtigten die Gedenkstätte.

 

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Bericht vom 24. September 2018

 

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Am 24. September vor 200 Jahren traf der Dichter und Schriftsteller Clemens Brentano in Dülmen ein.
Doch wer war dieser Mann, der auch Namensgeber eines Dülmener Gymnasiums sowie einer Straße in Dülmen ist?
Dies konnten zahlreiche Gäste in der Heilig-Kreuz-Kirche am Sonntagabend erfahren.
Hier ließ der Schauspieler und Regisseur Martin Neubauer auf beeindruckende und einfühlsame Weise die Zuhörer in die Seele Brentanos blicken, der schon in jungen Jahren viel Leid und Trauer erfahren musste. Gekonnt entführte Neubauer das Publikum in die lyrische Welt Brentanos. Seine Reise nach Dülmen und die Begegnung mit Anna Katharina Emmerick hatte großen Einfluss auf sein weiteres Leben. Um diesen Umbruch zu verdeutlichen zogen die Zuhörer mit Neubauer gemeinsam an das Grab der Seligen. Hier trug Neubauer aus den Aufzeichnungen der Visionen von Emmerick vor.
Den musikalischen Part des Abends gestaltete Bernd Weimann. Er brachte Orgel- und Klavierwerke der Romantik zu Gehör, in denen die poetische Tonsprache dieser Epoche besonders zum Ausdruck kam. Darüber hinaus erklangen Improvisationen, die an die Lyrik Brentanos anknüpften und der Gefühlswelt des Dichters nachspürten.
Im Anschluss waren alle Gäste zu einem gemütlichen Austausch in die Emmerick-Gedenkstätte eingeladen.

 

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Bericht vom 12. September 2018

 

IMG 7543Unter dem Motto „Suche Frieden“ bietet das Bistum Münster in diesem Jahr etliche Wallfahrten speziell für Senioren an.

So füllte sich heute die Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen mit Senioren aus Wüllen, Drensteinfurt-Walstätte, Rorup, Raesfeld-Erle, Bad-Waldliesborn und aus der Heilig-Kreuz-Gemeinde selbst, um das Grab der seligen Anna Katharina Emmerick zu besuchen.

Um 15.00 Uhr feierten die Pilger mit Weihbischof Dieter Gerlings einen Gottesdienst. In seiner Predigt ging der Weihbischof auf das Zeichen des Kreuzes ein. So führte er aus, dass das Kreuz ein Zeichen, ein Protest, gegen die Leidvergessenheit sei. Kinder werden in der Erziehung oftmals nicht mehr mit dem Leid konfrontiert, so dass sie ein Bild vom perfekten Menschen bekommen. Das Gute am Wallfahrtsort Lourdes sei, so Gerlings weiter, dass dort die Menschen ihre Gebrechen nicht verstecken müssten, dass das Kreuz nicht wegrationalisiert werde. Das Kreuz erinnere uns auch heute an die Leidensgeschichte unserer Zeit. Dass wir wieder leidensfähig werden, dafür sei Anna Katharina Emmerick Botschafterin.

Im Anschluss an den Gottesdienst gingen die Senioren gemeinsam zum Emmerick-Grab, um dort bei der Seligen um Fürsprache zu bitten. Weihbischof Dieter Gerlings erteilte danach den Pilger-Einzelsegen. Abschließend kehrten die Gruppen wechselweise in die umliegenden Cafés ein und nahmen an den Führungen durch die Emmerick-Gedenkstätte teil.

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Info vom 27. Juli 2018

 

IMG 6577Über zwanzig Interessierte trotzen dem heißen Wetter und folgten durch die Innenstadt Dülmens den Spuren Brentanos.

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr veranstalteten die Familienbildungsstätte (FBS) und die Kirchengemeinde St. Viktor in Dülmen einen „spirituellen Stadtgang“. Diesmal führte Pfarrdechant Markus Trautmann zu Orten im Stadtgebiet, die an Clemens Brentano erinnern. Stationen waren zum Beispiel die Viktorkirche, die ehemalige Overbergschule, die Brentanostraße, der Luise-Hensel-Pfad und die alte Poststation. An allen Haltepunkten konnten die Teilnehmer historische Einzelheiten erfahren sowie Zitate aus Brentanos Schriften hören.

Brentanos Ankunft in Dülmen jährt sich am 24. September zum 200. Mal. Bis zum Tod von Anna Katharina Emmerick blieb Brentano hier für rd. fünf Jahre, um ihre Visionen zu Papier zu bringen.

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Bericht vom 30. Mai 2018 / Mitteilung der Bischöflichen Pressestelle Münster / Text und Bild: Ferdi Schilles

 

Ensemblebild Katharina 2018 version 2„Das Musical über Anna Katharina Emmerick hat alle Erwartungen übertroffen“, lautet das Resümee von Peter Nienhaus, Pfarrer in Heilig Kreuz Dülmen und Vorsitzender des Emmerick-Bundes. Die sieben Aufführungen von Ende März bis Anfang Mai haben rund 2500 Menschen im Anna-Katharinenstift in Karthaus und im Konzerttheater Coesfeld verfolgt. „Wir wollten damit die Emmerick auf eine neue, zeitgemäße Weise vorstellen. Und das ist wohl gelungen“, freut sich Nienhaus.

Unter der Leitung des Karthäuser Freizeit- und Musikpädagogen Georg Breitkopf, der das Stück geschrieben und mit 90 Akteuren umgesetzt hat, entstand innerhalb eines Jahres die beeindruckende Aufführung. Das Stück war als inklusives Projekt angelegt und wurde neben dem Emmerick-Bund als Träger auch durch das Anna-Katharinenstift Karthaus, seinen Förderverein, einige Sponsoren und vor allem durch einen großen Förderbetrag der Aktion Mensch ermöglicht. Das große Ensemble, das aus Menschen mit und ohne Behinderung im Alter zwischen zwei und 80 Jahren bestand, wuchs während der Probenzeit zusammen. Ganz nach dem Motto von Anna Katharina Emmerick selbst: „Jeder ist da verantwortlich, wo Gott ihn hingestellt hat.“ Die 200 Jahre alte Geschichte von Anna Katharina wurde für alle Beteiligten erlebbar. 

Dabei wurde ihre Lebensgeschichte, die von einer schweren Kindheit in der armen Kötterfamilie, von Krankheit und vielen Widerständen vor und nach ihrer Zeit im Kloster geprägt war, durch den Rückblick eines Bauernburschen erzählt und in einzelnen Szenen dargestellt. Neben der besonderen religiösen Begabung, den Stigmata und Visionen, durch die die Emmerick schon zu Lebzeiten berühmt war, wurden im Musical „Katharina“ aber auch andere Aspekte deutlich: die „normale“ Seite ihres Lebens in der Kindheit und ihre Verbundenheit mit den Menschen ihrer Umgebung.